-- Wiebbys Zeit in Kambodscha --
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Bilder haben Macht…

Heute Morgen war ich müde und obwohl ich gespannt war auf den Tag, wäre ich gern noch ein wenig liegengeblieben. Vorab: Es gibt nicht viel, was mich schockt; zwar bin ich oft erschüttert und emotional berührt von dem ganzen Leid und Elend, aber das ich nach Haus gefahren bin mit dem Wissen, dass das Gesehene lange in meinem Kopf bleiben wird – so etwas habe ich eigentlich sehr selten.

Heute Morgen wusste ich nicht, dass heute so ein Tag sein würde, hätte ich es gewusst, wäre ich sicher anders aufgestanden…

Am Morgen „Child Safe“ an der Lakeside – dem Hotspot für Kinderprostitution. Wir treffen ein paar Kinder, ein paar TukTuk- und Motofahrer und lassen uns berichten, was los ist auf dem Markt. Ich denke darüber nach, wie man als Eltern sein Kind auf den Strich schicken kann, es an Touristen verkaufen kann, ohne zu wissen, was sie mit ihnen anstellen…ich hatte noch keine Bilder vom Nachmittag, vielleicht hätte ich dann „verstanden“…

Wir besuchen einen Motofahrer, der mit „ChildSafe“ kooperiert vor einem Guesthouse, das bekannt dafür es, dass es speziell Kindersextouristen und deren „Tätigkeiten“ für ein paar Dollar mehr duldet…der Appetit auf ein Mittagessen ist mir in diesen Augenblicken vergangen.

Am Nachmittag Drug-Out-Reach und ja, ich war NICHT vorbereitet, was mich erwartet. Mir wurde zwar gesagt, ich solle darauf achten, festes Schuhwerk und lange Hosen zu tragen, weil überall Spritzen rumliegen und ich hätte sicher ein paar mehr Gedanken daran verschwenden können, WAS mich erwartet, aber das einzige mal, dass ich einen Menschen gesehen habe, der sich Heroin spritzt war in Frankfurt in der S-Bahn…

Wir fahren hinter das Olypic Stadium on Phnom Penh, der Drogenabsatzmarkt in der Stadt. Es geht einen kleinen Schotterweg abwärts hinter ein Haus. Unter diesem Haus lebt eine Drogencommunity in selbstgebauten Blechhütten, der Boden übersäht mit aufgeweichten Müll – nicht auszudenken, wie feucht es hier ist, wenn es geregnet hat – es hat seit Tagen nicht mehr geregnet und es ist brennend heiss.

Ich sehe, lausche den Worten meines begleitenden Sozialarbeiters (der übrigens SEHR viel weiss, über soziale Zusammenhänge, Individualschicksälen seiner Klientel, über Drogenkonsum usw.) und doch kommen sie nicht an. Der begleitende Arzt verteilt saubere Spritzen an die ersten Menschen, die sich uns nähern. Derweilen bekomme ich eine Führung durch die Community und die Geschichten der ca. 50 Menschen, die hier leben…

Rückblickend kann ich nicht sagen, was mich mehr geschockt hat; die Mutter, die ihrem 3jährigen Sohn einen Schuss setzt, bevor sie sich spritzt; weil er süchtig auf die Welt gekommen ist und sonst zuviel schreit…der 10jährige Junge, der schon seit 2 Jahren an der Nadel hängt einen so vereiterten Arm hat, dass der Knochen frei liegt…die Selbstverständlichkeit, wie hier Heroin konsumiert wird…unter Erwachsenen UND unter KINDERN!!!!! Geld beschaffen für Drogen geht hier über Prostitution, deshalb werden neben Spritzbestecken auch Kondome verteilt; auch mit Desinfektionsmittel getränkte Tupfer werden rausgegeben, an die Mutter, für ihren 3jährigen Sohn.

Selbstverständlich habe ich heute Nachmittag KEINE Fotos gemacht, denn diese Bilder werde ich so schnell nicht vergessen…

30.8.08 07:58
 


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